Dutch Design Week, Eindhoven 19. – 27. Oktober

Zum 12. mal hat in diesem Herbst die Dutch Design Week in Eindhoven stattgefunden. Mit rund 250.000 Besuchern eine der größten Design Wochen in Europa. 350 Veranstaltungen 1.800 Designern und über 70 Veranstaltungsorte befassen sich mit Design und dem
diesjährigen Motto „Now Future“!

Direkt bei der Ankunft in Eindhoven war ich schon überrascht mit welcher Energie und Ausstrahlung die kleine Stadt sich präsentierte. Der erste Anlauf war das Projekt „Strijp-S“ welches von der Stadt, aus den alten Produktionshallen von Phillips, geschaffen wurde. Eine Kombination aus Wohnen, Arbeiten und Entspannen soll eine kreative Atmosphäre erzeugen und dient während der Dutch Design Week
als Herzstück der Veranstaltung. Dieses Konzept scheint mehr als geglückt zu sein.

Das wir erst durch die Einladung von Maqic Wall aus Wien auf diese Veranstaltung aufmerksam wurden ist mit unbegreiflich – Eindhoven liegt gerade mal 1,5 Autostunden von Köln entfernt.

Die top restaurierten Produktionshallen sind voll mit Ausstellungen und Veranstaltungen aus den Bereichen Mode / Wohnen / Fortbewegung / Ernährung. Besonders beeindruckend sind die Arbeiten von der Modedesignerin Iris van Herpen, die in Zusammenarbeit mit dem US Designer Neri Oxman und der Architektin Julia Körner aus Österreich Mode aus dem 3D Drucker vorstellte. Hier wird sehr deutlich wie sich durch neue digitale Technik unsere Zukunft verändern kann. Beeindruckend finde ich hier, dass nicht ein Prototyp oder einfacher Gegenstand zeigt, was ein 3D Drucker kann sondern eine gesamte Modekollektion enstand, die auf der Pariser Mode Woche gezeigt wurde.

Oder die Surface Tension Lamp von FRONT für Booo. Eine Deckenlampe die aus Seifenblasen besteht und sich permanent verändert und bei 50.000 Stunden Lebensdauer in 3 Millionen verschiedene Farbtöne leutet. Es ist wunderbar welche enorme Schönheit durch etwas so einfaches wie eine Seifenblase entstehen kann – auch wenn die Konstruktion dieser Lampe sicherlich aufwendig ist.

Tanja Long aus New York gehört sicherlich eher zur Gattung der Künstler aber hat mit Ihrer Arbeit „Rolling from One End to the Other“ am ehesten unser Lieblingsthema Tapete getroffen. Sie arbeitet direkt mit Fotopapierrollen ohne Dia oder Negativ in der Dunkelkammen und zaubert so wunderschöne Farbverläufe auf riesige Wände.

Von Halle zu Halle und Hinterhof zu Hinterhof merke ich sehr schnell, dass ein Nachmittag für diese Ausstellung viel zu kurz ist. Es gibt in Europa viele Messen und Designausstellungen aber Eindhoven hat mich durch seine Energie, Offenheit und hohe Qualität der Entwürfe sehr beeindruckt und ich freue mich schon auf das nächste Jahr mit viel mehr Zeit. Auch wenn ich keine neuen Tapeten einkaufen konnte
war dieser Besuch sehr viel wert.

Der krönende Abschluss ist ein Abendessen mitten im Strijp S zwischen alten Maschinen und meterhohen Decken und einer hervorragenden Küche! Wer hätte das gedacht!